Montag | 25.03. | 19 Uhr | Zelle79: KüfA Plus: Vortrag mit Dietmar Wolf (Redakteur telegraph): Berliner Antifaschist*innen im Brandenburger Umland der 1990er Jahre

Obwohl Antifaschist*innen im Berlin der 1990er Jahre in der Abwehr und Bekämpfung der Berliner Nazistrukturen ausreichend zu tun hatten, war es für sie aber immer selbstverständlich ins Umland zu fahren und die Leute in anderen Städten bei Ihrem antifaschistischen Kampf zu unterstützen und bei der Abwehr Brandenburger Nazis zu helfen. Dabei blieben gegenseitige Irritationen, Missverständnisse, Konflikte nicht aus. Im Umgang mit lokalen Gruppen und Aktivist*innen bewegten sich gerade Berliner Antifaschist*innen nicht selten im Grenzbereich zwischen antifaschistischer Solidarität und großstädtischer Macker-Arroganz. Während in den ersten Jahren der 1990er aus Berlin meist spontan und auch nur für einzelne Tage in die Nachbarregion fuhren, entwickelten aber ab Mitte der 1990er Aktive aus Ost/West-Berlin und Potsdam ein Konzept kontinuierlicher Unterstützungsarbeit. Die dafür entstandene „Umlandgruppe“ agierte viele Jahre solidarisch und verhältnismäßig erfolgreich. Die genannten Aspekte antifaschistischen Engagements in Berlin/Brandenburg sollen Anhand von Erzählungen und zeithistorischen Texten erläutert und zur Diskussion gestellt werden.